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Beim Wind bewegt sich was

Kein generelles Nein zu dieser Energie - Mit den Menschen umsetzen

Nabburg (Der Neue Tag - 01.03.2014)



Die einen finden es jammerschade, fast aus der Zeit gefallen, die anderen einen unermesslichen Glücksfall: Im Landkreis dreht sich noch kein Windrad.

Die viel bescholtene Verspargelung der Landschaft hat hier noch nicht eingesetzt, der Blick wird höchstens durch Strom- oder Funkmasten beeinträchtigt, der Spargel wächst, wie es sich gehört, unsichtbar im Boden und das Windrad bisher draußen. Eine Skepsis wie vom amtierenden Landrat Volker Liedtke zu Windrädern kommt von den vier Landratskandidaten nicht. Was bleibt, ist die Entscheidung, wie viel die noch unberührte Landschaft davon verträgt.

Keine konkrete Zahl

"Auf konkrete Zahlen kann ich mich sicherlich nicht festlegen." Die Energiewende ist dem CSU-Mann Thomas Ebeling zufolge nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Das Photovoltaikproblem sei nicht ausschließlich durch die Windkraft zu lösen. Vom Bund lägen dazu keine Konzepte und keine Ausgestaltung vor.

"Die Energiewende ist nicht gegen den Menschen, sondern nur mit den Menschen zu schaffen," ist er überzeugt. "Ich bin nicht gegen Windräder", stellt Ebeling klar. Da, wo genug Wind wehe, seien sie aufzustellen, aber selbstverständlich nur mit dem Ja der Menschen.

Jürgen Neuber erinnert in diesem Zusammenhang an 18 Sitzungen, "wo es um den Naturpark und eine mögliche Windkraftnutzung ging". Für den Bewerber der Freien Wähler sind die notwendigen Absprachen erfolgt und Konzepte erstellt worden. Diese bemühen sich um einen Ausgleich zwischen der unberührten Landschaft und den Chancen für die Windenergie. Er hat kein Verständnis dafür, wenn Leute Lösungen aushandeln und etwas voranbringen, das aber "von oben torpediert wird". 

Baustein Speichertechnik

Rudolf Sommer von den Grünen gibt Ebeling Recht, dass sich keiner auf Zahlen festlegen werde. "Wenn Windräder so furchtbar wären, dürfte kein einziger Urlauber mehr an der Nord- und Ostsee sein," gibt er zu bedenken. "Alle wollen die Energiewende, aber keine Windräder und keine Stromtrasse."

Es komme ihm vor wie, "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass". Zur möglichst nahen Energieversorgung "müssen wir Windräder" bauen. Sommer lenkt den Fokus aber auch und vor allem auf die Speichertechnik. Diese ist für ihn der entscheidende Baustein bei der Energiewende.

Teil der Energiewende

"Prinzipiell kein Problem mit Windrädern und Windenergie" hat die Sozialdemokratin Marianne Schieder. "Wir brauchen sie um die Energiewende zu schaffen." Als Problem hat sie den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und seine Idee vom Zwei-Kilometer-Abstand von der nächsten Bebauung ausgemacht.

Wenn er umsetze, was er ankündige, "wird sich nirgendwo im Landkreis ein Windrad drehen". Es gehe nichts vorwärts, "wenn populistisch mit der Sache umgegangen wird", kritisiert Schieder. Natürlich werde sie, im Falle ihrer Wahl, Windräder nur mit den Bürgern vor Ort umsetzen und nicht gegen sie.

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