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Jahreshauptversammlung

Die JHV findet am Mittwoch, den 15. Juni, um 20 Uhr im Gasthaus "Zum Weißen Rössl" statt

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Sozialberatung beackert breites Feld

Sehr beeindruckt zeigten sich die Freien Wähler Neustadts vom Engagement des Allgemeines Sozial – und Schuldnerberatungsvereins e.V. Neustadt a.d. Waldnaab. Erster Vorsitzender Hans Maier empfing eine Abordnung der Freien im neuen Gebäude am Hacklberg zu einer aufschlussreichen Gesprächsrunde. Zuerst ging er auf die Nutzung des Hauses ein. Das Untergeschoss ist überwiegend von der katholischen Jugendfürsorge mit ihrer heilpädagogischen Tagesstätte angemietet. Weiterhin wird hier zur Zeit noch eine behindertengerechte Wohnung fertiggestellt. Im ersten Stock nutzt der Verein die Räume für eigene Zwecke. Außerdem befinden sich hier noch zwei Wohnungen, sowie fünf weitere im darüber liegenden Stockwerk. Sechs davon werden für ambulant betreutes Wohnen verwendet. „Es handelt sich hierbei um Bewohner, die im normalen Bereich kaum eine Wohnung bekommen würden“, so Maier. Sie haben hauptsächlich Probleme in der Haushaltsführung beziehungsweise Geldverwaltung. „Diese Leute könnten ohne Unterstützung nicht alleine leben“, fügte der Vorsitzende hinzu. Der Betreuungsumfang liegt in der Woche zwischen zwei und sechs Stunden. Während der Nacht und  an Wochenenden steht eine Person für eventuelle Notfälle zur Verfügung. Der jüngste der Bewohner ist 30 Jahre alt und der älteste 70. Auch in diesem Gebäude  gilt eine Hausordnung, wobei die Toleranzgrenze jedoch etwas höher angesetzt ist. Abgerechnet werden kann aufgrund eines Rahmenvertrages mit dem Bezirk Oberpfalz. Da aber alle Leistungen ehrenamtlich erbracht werden, kann das Geld unter Anderem für die Finanzierung des Gebäudes beziehungsweise zur Anstellung von zusätzlichem Personal  genutzt werden. Weiterhin wurde der Neubau vom Deutschen Hilfswerk, bekannt durch die ARD – Klassenlotterie,  finanziell unterstützt. Es werden aber auch Mieter außerhalb Neustadts ambulant betreut.
Ein weiterer Aufgabenbereich des Vereins liegt in der Betreuung von Asylbewerbern. Momentan befinden sich laut Maier acht Iraner und zwei Somalier im Gebäude in der Unteren Vorstadt. Diese werden von einer Vollzeitkraft  sozial betreut und auch die Essenszubereitung ist inbegriffen.  Es wird versucht, die Leute in die Vereine zu integrieren, wobei dieses redliche Bemühen vor allem durch Sprachprobleme sehr erschwert wird.  „Die Bearbeitung des Asylantrags kann bis zu drei Jahre dauern, wobei in rund 90% der Fälle diese abgelehnt werden“, wusste Maier.
Weiterhin sind die Mitarbeiter durch die Zusammenarbeit mit Behörden erste Anlaufstelle für psychische Beratungen. In den ersten vier Basisstunden sollen die Hauptprobleme der Betroffenen herausgefunden werden, um dann an entsprechende Fachstellen weiter vermittelt werden zu können.
Der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit liegt, wie der Name schon sagt, in der Schuldner- und Insolvenzberatung. Hilfe erfahren die „Klienten“ durch die Vermittlung von fachkundigen Experten, sowie auch beim Ausfüllen entsprechender Formulare, deren Inhalt nicht immer leicht zu verstehen ist.
Als neues Aufgabenfeld beziehungsweise weiteren Mosaikstein sieht Maier im Pflegebereich aufgrund des Pflegeneuausrichtungsgesetztes vom 1.1.2013 in Bezug auf sogenannte niederschwellige Hilfe – und Betreuungsangebote. Die Pflegestufe 0 bezieht sich hierbei auf das Kriterium der eingeschränkten Alterskompetenz und berücksichtigt nun auch psychische Erkrankungen. Die Pflegekassen (durch den Prüfer des MDK ) beurteilen anhand von 13 festgelegten Kriterien, ob ein Mensch Anspruch auf Betreuungsgeld hat. Ein Antrag auf Anerkennung  solcher Leistungsangebote wurde seitens des Vereins bereits gestellt.
Als größtes Wunsch äußerste der engagierte Vorstand die Einstellung eines Geschäftsführers/ einer Geschäftsführerin, um ihn in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit zu entlasten. „Dies wäre vor allem dann wünschenswert,  wenn unsere Angebote noch weiter ausgebaut werden“.
Nach diesem zweistündigen Gespräch waren die Freien Wähler überwältigt von dem breitgefächerten  Angebot des Vereins und dem außergewöhnlichen Engagement der Mitglieder, welche vorwiegend aus Sozialpädagogen, Bewährungshelfern und Juristen bestehen.
Der Verein ist in seiner Art in unserer Gegend einzigartig, da solche Leistungen hauptsächlich von privaten Trägern, wie zum Beispiel der Löw’schen Einrichtung, erbracht werden.